Vorurteile

  • Es stimmt, dass Mehrklassenschulen oft hinter dem Wald gelegen sind. Aber es stimmt nicht, dass an ihnen mit hinterwäldlerischen Ideen gearbeitet wird.
  • Es stimmt, dass einige Mehrklassenschulen über den Wolken auf den Bergen liegen. Aber es stimmt nicht, dass an ihnen deswegen abgehoben gearbeitet wird. 

Portrait

  • Die Mehrklassenschule ist eine Schulform von grosser Aktualität und bietet pädagogische Möglichkeiten, die heute von modernen Schulen gefordert werden.
  • In einer altersgemischten Gruppe wachsen die Kinder in eine natürliche Gemeinschaft hinein. Ältere und Jüngere können voneinander lernen. Bei der gemeinsamen Arbeit öffnet sich der Horizont auf den Schulstoff mehrerer Klassen. Individuelle Lernwege sind über die eigene Klasse hinaus möglich. Selbstständigkeit und Mitverantwortung beim Lernen gehören zum Schulalltag.
  • Die Unterstützung, Förderung und Weiterentwicklung der Schulform «Mehrklassenschule» und der Unterrichtsform «altersdurchmischtes Lernen» ist Teil einer Schulentwicklung, welche zum Ziel hat, die heutigen gesellschaftlichen Forderungen an eine Schule zu verwirklichen. Als Stichworte mögen die Begriffe Individualisierung, Begabungsförderung und Integration dienen.
  • Mehrklassenunterricht findet bis heute leider fast ausschliesslich in Schulhäusern statt, die allein im Dorf oder abseits in entfernten Gemeinden stehen. Mehrklassenschulen sollten jedoch nicht nur im Dorf erhalten bleiben, sondern in Zukunft auch in grösseren Ortschaften (Quartierschulen) aus pädagogischen Überlegungen eingerichtet werden.

Aus unseren Statuten

  • Der MLV fördert und organisiert die Zusammenarbeit zwischen den Lehrerinnen und Lehrern an Mehrklassenschulen des Kantons Zürich und engagiert sich auch auf gesamtschweizerischer Ebene. 
  • Der MLV setzt sich ein für die Erhaltung und Stärkung von mehrklassigen Abteilungen und fördert den Wechsel von Jahrgangsklassen zu altersgemischten Abteilungen.
  • Der MLV setzt sich an Ausbildungsstätten für Primarlehrerinnen und Primarlehrer ein für die Verbreitung und Förderung der pädagogischen Gedanken des altersgemischten Lernens.
  • Der MLV setzt sich ein für Lehrmittel, die mehrklassigen Unterricht erleichtern.

MLV und Z├╝rcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV

  • Damit die Anliegen der Mehrklassenlehrerinnen und Mehrklassenlehrer wahrgenommen werden, ist der MLV eine dem ZLV angeschlossene Organisation. Innerhalb des ZLV vertritt er die speziellen Interessen der Mehrklassenschulen.
  • Viele MLV-Mitglieder sind gleichzeitig Mitglied anderer Stufen- und/oder Fachorganisationen. Das soll auch weiterhin so bleiben, weil der MLV kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu den anderen im ZLV organisierten Mitgliederorganisationen sein will. Der MLV bemüht sich im Rahmen des ZLV um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

MLV und der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH

  • Im Rahmen des LCH ist der MLV in der Subkommission «Altersgemischtes Lernen»  vertreten, welche der Pädagogischen Kommission angegliedert ist. Sie ist Kontakt- und Ansprechstelle auf schweizerischer Ebene für die bestehenden Mehrklassenvereinigungen und für Mehrklassenlehrkräfte ohne kantonale Struktur. Sie berücksichtigt und fördert aber auch neue Formen des altersgemischten Lernens.

10 Thesen zum Umgang mit Heterogenit├Ąt

Susanne Thurn von der Laborschule Bielefeld hält immer wieder interessante Vorträge zur Heterogenität in Klassen und zeigt die Vorteile der Altersmischung auf. So auch am schweizerischen Treffen der Mehrklassenlehrpersonen in Weggis 2004. Ihre 10 Thesen sind spannend, passen gut in die Zürcher Schullandschaft und liefern Argumente, den Unterricht nachhaltig auf die Lernmöglichkeiten der Kinder auszurichten. Miteinander und voneinander lernen ist eines ihrer Hauptanliegen.